Einsatz-Bericht

von adrian

Das haben wir noch nie gemacht!“

 

9:00 Uhr: Die Gruppe trifft auf dem Herzberg ein. Ein Begrüssungskaffee steht auf dem Programm, einige Teilnehmer wechseln von der Reise- in die Arbeitskleidung.

 

9:30 Uhr: Nach dem Begrüssungskaffee trifft sich die Gruppe vor dem Bildungshaus Herzberg. Hans-Ruedi Kunz, Natur- und Umweltfachmann, Herzberg-Teilzeitler und WWF-Begleitperson bei den Natur-Aktiv-Tagen, stellt den Herzberg und seine Geschichte vor. Auch der Jurapark Aargau, die Region Densbüren-Asp und das Smaragdgebiet Densbüren sind Themen der einführenden Worte. Bezeichnend für das Smaragdgebiet sind die Trockenwiesen mit dem hohen Bestand an Hecken, Feldgehölzen und Waldrändern.

Der beteiligte Landwirt ist auch anwesend. So kennt die Gruppe nun bereits alle Personen, mit denen sie heute zu tun haben wird.

 

9:45 Uhr: Die Gruppe holt das Werkzeug. Für die Heckenpflege werden verschiedene Astscheren und Sägen benützt. Auch Arbeitshandschuhe stehen zur Verfügung. Der Landwirt bringt die Gruppe nun zum Einsatzort, einige Gehminuten vom Herzberg entfernt.

 

10:00 Uhr: Vor Ort stellt der Landwirt seinen Hof vor und erklärt die anstehende Arbeit. Er zeigt die wichtigsten Arten von Heckensträuchern und unterscheidet dabei die rasch wüchsigen Arten wie Eschen, Hartriegel oder Hasel von den langsam wachsenden wie Heckenrosen, Schwarz- und Weissdorn oder Heckenkirsche. Die rasch wüchsigen Arten werden auf den Stock geschnitten, die übrigen auf etwa einen Meter eingekürzt. So bleibt die Hecke vor allem im unteren Bereich dicht und damit wertvoll für viele Tiere.

Bald schon bilden sich spontan kleine Gruppen. Da wird gesägt und geschnitten, rausgezogen und verkleinert. Hier ziehen eine auffliegende Goldammer, ein Grasmücken-Nest oder ein Grasfrosch die Aufmerksamkeit auf sich und bieten Diskussionsstoff.

 

12:00 Uhr: Die Gruppe kehrt zum Herzberg zurück. Wegen des kühlen Wetters gibt es drinnen Suppe und Würstchen statt einer Verpflegung draussen am Grill. Die Mahlzeit gibt auch Zeit für weitere Gespräche.

 

13:00 Uhr: Noch einmal folgt ein „Input“ über den Wert der Hecken und Waldränder als Lebensräume und Vernetzungsachsen in der traditionell bewirtschafteten Kulturlandschaft. Beides sind eigentlich nicht natürliche Lebensräume, sondern sie entstanden erst durch die menschliche Nutzung. Im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft mussten sie zunehmend weichen. Und mit ihnen verschwanden Neuntöter und Goldammer aus dem Landwirtschaftsgebiet.

 

13:30 Uhr: Die Gruppe ist wieder an der Arbeit. Ein Teil des Schnittgutes wird direkt in der Hecke abgelegt, ein Teil wird mit Traktor und Seilwinde in wenigen Minuten zu grossen Bündeln zusammengenommen und am Waldrand zu wertvollen Asthaufen abgelegt. Der Arbeitserfolg ist deutlich sichtbar, im Team ist man stark und vermag in wenigen Stunden etliche Dutzend Meter Hecke zu pflegen. Und das gezielt und selektiv.

 

15:30 Uhr: Ein Zvieri ruft. Die Arbeit hat den Appetit angeregt. Die regionalen Käse und Fleischprodukte, einige mit dem Label des Jurapark Aargau, geben zu weiteren interessanten Gesprächen Anlass. Welches sind die Vorteile der Mutterkuhhaltung? Welchen Mehrwert habe ich als Kunde, wenn die Wurst das Jurapark-Label trägt? Wer hat früher Hecken gepflegt? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Agrarpolitik und Ökologie? Es sind grosse und wichtige Fragen, welche diskutiert werden. Landwirt und WWF-Begleiter erklären je aus der eigenen Sichtweise.

Daneben werden auch einzelne Kratzer und „Spriisse“ verarztet. Dabei handelt es sich aber nicht um Verletzungen, sondern um Auszeichnungen die noch einige Tage vom überdurchschnittlichen Einsatz zeugen werden!

 

16:30 Uhr: Die Gruppe verabschiedet sich. Sie blicken zurück auf einen Tag, an welchem sie sich von einer andere, ungewohnten Seite erlebt haben und auf Arbeiten, die sie sonst kaum je verrichtet hätten. Um einige Erfahrungen und Einsichten reicher kehren die Angestellten und Vorgesetzten in ihren Berufsalltag zurück. Bei der frisch gestutzten Hecke kehrt Ruhe ein. Goldammer und Grasfrosch nehmen ihren Lebensraum wieder in Besitz.

 

Im Jahr 2012 konnten vier NaturAktiv-Einsätze durchgeführt werden, drei ganztägige, ein halbtägiger.

Die Teilnehmerzahl lag zwischen 11 und 60 Personen. Neben der Pflege von Hecken und Feldgehölzen wurden auch Waldränder von Brombeeren befreit, Weideflächen entbuscht und das Jakobs-Kreuzkraut bekämpft.

Für 2013 hoffen alle Beteiligten auf eine (noch) grössere Zahl von interessierten Firmen und Gruppen. Arbeit ist genug da!

 

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